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Anästhesiologie · Intensivmedizin · Schmerztherapie

Methoden | Anwendungsbereiche

Anästhesieformen: Lokal-, Regional- und Allgemeinanästhesie

Ihr Körper verfügt über ein dichtes Netz von Informationsleitungen (Nerven), die alle Informationen von verschiedenen Regionen des Körpers zum Rückenmark und Gehirn vermitteln und umgekehrt Informationen von dort wieder in den Körper weiterleiten. Über diese Leitungen werden auch Informationen über Schmerzen mit hoher Geschwindigkeit über das Rückenmark an das Gehirn weitergeleitet. Um Operationen schmerzfrei durchführen zu können, muss dieses Kommunikationssystem (Nervensystem) unterbrochen werden.

Es gibt drei verschiedene Arten von Anästhesie: " Lokal-, Regional- und Allgemein­anästhesie", die an ver­schiedenen Stellen die Kommunikation im Körper unterbrechen. Als Beispiel kann man sich das Nervensystem als Telefon­system vorstellen. Das Gehirn könnte man als Telefon­vermittlung definieren, die Nerven würden den Telefon­­kabeln entsprechen und die Schmerz­regionen wären die Telefon­apparate.

Lokalanästhesie

Wenn nun eine kleine oberflächliche Operation durchgeführt werden soll, wird mit einem speziellen Medikament (Lokalanästhetikum) das zu operierende Gewebe durch Einspritzen betäubt. Dies würde an dem Beispiel des Telefonsystems bedeuten, dass der Hörer neben der Gabel liegt und keine Nachrichten gesendet werden können. Dieses Verfahren wird meistens durch den Operateur selbst durchgeführt. Falls der Patient aber sehr große Angst hat oder lieber etwas schlafen möchte, gibt es die Möglichkeit, von einem Anästhesisten betreut zu werden.

Regionalanästhesie

Bei größeren Operationen wird durch Injektion von Lokalanästhetika in die Nähe von Nerven oder in die Nähe des Rücken­markes, Schmerzfreiheit für ganze Körper­bereiche erzielt. Bezogen auf unser Beispiel würde dies bedeuten, dass das Telefon­kabel abge­klemmt ist. Alle Informationen aus einer größeren Region werden nicht mehr bis zum Gehirn (Telefon­vermittlung) weitergeleitet. Auch bei diesen Verfahren können die Patienten während der Operation wach bleiben, über Kopf­hörer Musik hören oder leicht schlafen.

Allgemeinanästhesie

Hierbei werden verschiedene Medikamente entweder über die Blutgefäße oder Narkose­gase über die Atemluft zugeführt. Allgemeinanästhesie ist ein Zustand etwa wie im Tiefschlaf, mit zusätzlicher Aus­schaltung aller Schmerzen und falls erforderlich auch einer Entspannung der Muskeln. Dies bedeutet am Beispiel des Telefon­systems, dass die Mitarbeiter der Telefon­vermittlung ein Nickerchen machen und ankommende Anrufe nicht weiter vermitteln. Der große Unterschied zu den Mit­arbeitern der Telefon­vermittlung ist jedoch: Ihr Anästhesist ist hellwach. Während der Narkose werden Herz, Kreislauf, Beatmung und Narkose­tiefe ständig überwacht. Der Anästhesist sorgt dafür, dass die wichtigen Informationen in der Telefon­vermittlung richtig weiter­geleitet werden, während Sie tief schlafen und somit nichts von der Operation und den Schmerzen spüren. Bei manchen Operationen wird die Allgemeinanästhesie mit einer Regional­anästhesie kombiniert. Durch dieses Verfahren wird intraoperativ weniger Narkose­mittel benötigt und es lässt sich post­operativ eine optimale Schmerz­therapie durchführen.