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Augenheilkunde

Hornhauttransplantation

Bei der Hornhauttransplantation (Keratoplastik) wird eine trüb gewordene Hornhaut durch eine neue klare ersetzt. Wenn keine weiteren Trübungen in anderen optischen Medien des Auges vorliegen und die Netzhaut frei von Veränderungen ist, kann das Sehvermögen der Patienten durch diese Operation deutlich verbessert werden. Ein grauer Star (Katarakt) und auch Trübungen innerhalb des Glaskörpers sind dabei kein Grund, eine Hornhauttransplantation auszuschließen. Sowohl der graue Star als auch ein getrübter Glaskörper können entweder vor oder nach bzw. in Kombination mit der Hornhauttransplantation operativ behandelt werden. Eine stark verminderte Leistungsfähigkeit der Netzhaut hingegen ist eine Gegenanzeige zur Transplantation, weil dann selbst durch klare optische Medien eine Verbesserung des Sehens nicht zu erreichen ist.

Der Ersatz der getrübten Hornhaut durch eine Spenderhornhaut wird als perforierende Keratoplastik bezeichnet, weil alle Schichten der Hornhaut durch eine Spenderhornhaut ersetzt werden. Heute werden zunehmend auch moderne lamelläre Verfahren angewendet, wenn nicht die gesamte Hornhaut, sondern nur einzelne Schichten getrübt sind. Durch den Ersatz nur der erkrankten Schicht verkürzt sich die Zeit bis zum Erreichen der Sehverbesserung beträchtlich und die Abstoßungsgefahr ist gegenüber dem perforierenden Verfahren deutlich reduziert. 

+ Wann soll operiert werden?

Eine Operation ist angezeigt, wenn die Sehschärfe 50 % des Normalsehens unterschreitet. Da Spenderhornhäute über einen begrenzten Zeitraum aufbewahrt werden können, kommen sofortige Operationen nur in besonderen Ausnahmefällen vor (z.B. um bei einem durchgebrochenen Hornhautgeschwür eine Infektion des Auges zu verhindern). Normalerweise werden Patienten, die für eine Keratoplastik in Frage kommen, in eine Warteliste aufgenommen, bis eine geeignete Spenderhornhaut verfügbar ist.

+ Herkunft der Spenderhornhaut

Es werden Hornhäute von Verstorbenen verwendet, bei denen die Zustimmung der Angehörigen vorliegt. Das Blut des Spenders wird vorher auf infektiöse Erkrankungen getestet. Hornhäute werden nur verwendet, wenn ansteckende Krankheiten ausgeschlossen wurden und die innere Zellschicht sowie der zentrale Anteil der Hornhaut klar ist.

Informationsbroschüre als PDF zum Downloaden