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Chirurgie

Gallenblase / Gallensteinleiden

Bei Ihnen sind Steine in der Gallenblase nachgewiesen worden. Was bedeutet das?

Steine, die keine Beschwerden machen, bedürfen keiner Behandlung! Steine, die sich einmal bemerkbar gemacht haben, werden sich zu irgendeinem Zeitpunkt wieder melden und sollten daher behandelt werden.

Galle wird in der Leber produziert (viele 100 ml pro Tag) und fließt durch die Lebergallenwege zum Hauptgallengang, von dem in einem Seitschluss ein kleiner Gang abzweigt, der in die Gallenblase führt. Der Hauptgallengang selbst mündet mit dem Gang der Bauchspeicheldrüse in den Zwölffingerdarm. Gallensteine entstehen in der Regel in der Gallenblase. Die Leber produziert mehr Galle, als in der Gallenblase “zwischengeparkt” werden kann, so dass auch bei vorhandener Gallenblase ständig Galle in den Darm abgegeben wird. Die Gallenblase zieht sich zusammen und entleert Galle zusätzlich in den Darm, wenn Speisen aufgenommen werden. Diese zusätzliche Gallenentleerung nach Speisenaufnahme soll die Verdauung fördern. Fehlt die Gallenblase nach einem operativen Eingriff, läuft die Galle wie vorher in den Darm, und bei Speisenaufnahme kommt es zu einer zusätzlichen Entleerung aus dem Gallengang. Ein Unterschied bezüglich der Verdauung ergibt sich aber nicht. Dies liegt vor allem daran, dass die meisten steintragenden Gallenblasen nach einiger Zeit vernarbt sind, sich nicht mehr zusammenziehen und auch nicht mehr bedarfsgesteuert Galle entleeren.

+ Medikamentöse Steinauflösung

Für die medikamentöse Steinauflösung müssen über viele Monate Medikamente eingenommen werden, die auf die Zusammensetzung der Galle wirken und zu einer Auflösung von Steinen führen können. Hierfür geeignet sind kleine, nicht schattengebende, sogenannte schwebende Steine in der Gallenblase.

+ Stoßwellenzertrümmerung (ESWL)

Ultraschallwellen werden bei diesem Verfahren von außen so gebündelt, dass sich ihre maximale Wirkung an den Steinen in der Gallenblase trifft und die Steine dadurch zerspringen. Die zurückbleibenden kleinen Steinfragmente werden dann mit Medikamenten über Monate aufgelöst, abgehende Steinteile können dabei wiederholt Koliken hervorrufen. Nur bei etwa 15 % der steintragenden, behandlungsbedürftigen Patienten ist diese Methode anwendbar.

+ Operative Behandlung

99 % aller Patienten mit Gallensteinen werden bei uns minimal-invasiv behandelt. Über vier kleine Schnitte werden Kamera und Operationsinstrumente eingeführt sowie Luft (CO2-Gas) in den Bauchraum eingebracht. Bei der Operation wird der Gang der Gallenblase verschlossen und durchtrennt, anschließend kann die Gallenblase entfernt werden. Der Gallengang bleibt dabei funktionsfähig und transportiert auch nach dem Eingriff weiterhin Gallenflüssigkeit von der Leber zum Zwölffingerdarm.

Bei der neuen CoLA-Methode, einer Weiterentwicklung des minimal-invasiven Zugangs, werden Schnittanzahl und -länge nochmals reduziert. Zudem befinden sich die Schnitte an verdeckten Körperstellen (CoLa steht für Covert Laparoscopic Access, also der verdeckte minimal-invasive Zugang). Nach Abschluss der Wundheilung sieht man diese Schnitte kaum. Die Schmerzen sind gegenüber der "normalen" minimal-invasiven Methode nochmals reduziert.

 

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