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Psychiatrie

Behandlungsschwerpunkte

Depressive Erkrankungen

Depressionen sind häufige Erkrankungen. Man schätzt, dass bis zu 20 % der Menschen mindestens einmal im Leben depressiv erkranken. Eine Depression äußert sich nicht nur durch gedrückte und hoffnungslose Stimmung, sondern auch durch zum Beispiel Antriebsmangel, Grübelneigung, Hoffnungslosigkeit, Ängste, Schlaf- und Appetitlosigkeit. Lebensüberdruss und Suizidgedanken können hinzutreten.

Die Behandlung von Depressionen ist einer der Schwerpunkte der Abteilung für Psychiatrie der Schlosspark-Klinik. In der Focus-Klinikliste 2013 "Deutschlands Top-Fachkliniken" (Focus Gesundheit, Heft Juni/Juli 2013) wird die Abteilung in der Kategorie "Depression" auf dem 3. Platz geführt und erreichte damit das 2. Jahr in Folge einen Spitzenplatz. In der Ärzteliste der Zeitschrift (Focus Spezial November 2011) wird der Chefarzt zu den nationalen Experten für Depressionen gezählt. Jährlich werden hier mehrere hundert Menschen mit dieser Diagnose stationär und ambulant behandelt. Durch eine konsequente Anwendung moderner einzel- und gruppenpsychotherapeutischer sowie pharmakotherapeutischer Behandlungen sind Depressionen heutzutage gut therapierbar. Die Schlosspark-Klinik verfügt über langjährige Erfahrung und besondere wissenschaftliche Expertise auf diesem Gebiet.

 

Schwerpunktstation für therapieresistente Depression

Depressionen sind zumeist entweder von begrenzter (bis mehrmonatiger) Dauer oder durch geeignete Behandlungsmaßnahmen gut therapierbar. Ein relevanter Teil der depressiven Erkrankungen (nach aktuellen Schätzungen circa 15 bis 30 Prozent) spricht aber (zunächst) nicht auf eine Therapie an, obwohl sie adäquat durchgeführt wurde. Bei diesen Verläufen spricht man von „therapieresistenter Depression“. Hiermit ist jedoch nicht eine unbehandelbare Depression gemeint, sondern depressive Erkrankungen, deren Therapie besondere Anstrengung, Konsequenz und Fachwissen erfordert.

Die Schwerpunktstation für therapieresistente Depression ist hierauf spezialisiert. Die Mitarbeiter der Station verfügen über besondere Erfahrungen und wissenschaftliche Kenntnisse in der Behandlung therapieresistenter Depressionen. Verschiedene Mitarbeiter der Abteilung sind umfangreich in der Erforschung besserer Behandlungsoptionen für therapieresistente Depressionen aktiv. Ihre Fachpublikationen werden national und international beachtet. Chefarzt Prof. Dr. Bschor zählt zu den nationalen Experten auf diesem Gebiet und hat u. A. Leitlinien für die Behandlung therapieresistenter Depressionen erarbeitet.

Die Behandlung depressiver Erkrankungen, bei denen bereits mehrere Therapieversuche erfolglos geblieben sind, stellt eine besondere Herausforderung dar. Die grundsätzliche Herangehensweise, um auch hier zum therapeutischen Erfolg zu kommen, beinhaltet drei zentrale Strategien:

  • diagnostische Re-Evaluierung (Überprüfung) von a) Diagnose, b) zugrundeliegenden biologischen, psychologischen und sozialen Ursachenfaktoren und c) der bisherigen Therapie
  • systematischer und konsequenter Einsatz der verfügbaren Behandlungsoptionen gemäß antidepressiver Therapiealgorithmen (Stufenpläne) nach den aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnissen
  • Einsatz von Spezial- und Reservetherapieverfahren, die besondere Kenntnisse, Vor- und Kontrolluntersuchungen und den stationären Rahmen erfordern.

Nach der Aufnahme auf die Schwerpunktstation erfolgt zunächst die diagnostische Phase. Die hierbei gewonnenen Erkenntnisse führen in Absprache mit Patient (und Angehörigen) zum individualisierten Therapieplan. Die Behandlung gemäß eines antidepressiven Therapiealgorithmus beinhaltet, dass bei Beginn einer spezifischen Therapie (Pharmakotherapie, Psychotherapie) das gewünschte Ziel und die Zeitdauer, nach der dieses Ziel erreicht werden soll, festgelegt wird. Wöchentlich wird die Depressionsschwere mithilfe standardisierter Prüfskalen gemessen, was dazu beiträgt, das Erreichen des Therapieziels zu objektivieren. Wird das Ziel nicht erreicht, beginnt die nächste Therapiestufe.

Neben dem umfangreichen allgemeinen Therapieprogramm werden unter anderem folgende Spezialtherapien nach den modernsten wissenschaftlichen Kenntnissen durchgeführt:

  • therapeutisches Drug-Monitoring (Blutspiegelbestimmung und individualisierte Dosisadaptation der Psychopharmaka)
  • spezialisierte Einzel- und Gruppenpsychotherapie wie z. B. die kognitive Verhaltenstherapie für Depressionserkrankte
  • Schlafentzugsbehandlung
  • Schlafphasenvorverlagerung
  • Lichttherapie
  • wissenschaftlich erprobtes antidepressives Laufbandtraining
  • Elektrokrampftherapie
  • irreversible MAO-Hemmer
  • Lithiumaugmentation
  • Schilddrüsenhormon-Hochdosistherapie
  • Antidepressiva-Kombination und –Hochdosisbehandlung.

In unserer Gesprächsgruppe für Angehörige depressiv Erkrankter wird den Menschen aus dem näheren Umfeld der Patienten ein Raum zum Erfahrungsaustausch gegeben.