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Psychiatrie

Behandlungsschwerpunkte

Psychosen und schizophrene Erkrankungen

Psychosen sind Erkrankungen, bei denen es vorübergehend in Teilbereichen zu Störungen des Bezuges zur Realität kommen kann. Dies kann sich zum Beispiel durch Halluzinationen (Sehen, Hören oder anderweitiges Wahrnehmen nicht vorhandener Phänomene) oder Wahnüberzeugungen (feste, unverrückbare Überzeugungen, die von der Umgebung nicht geteilt werden) äußern. Die häufigste Form der Psychose ist eine schizophrene Erkrankung, die gerade auch bei jungen Erwachsenen auftreten kann.

 

Behandlungskonzept

 

1. Entlastung

Zu Beginn Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung, realitätskorrigierende Psychotherapie, Reizabschirmung und medikamentöser Schutz (vor allem bei akuter Angst, Erregung oder Hemmung).

 

2. Aktivierung

Körperlich - z.B. Gymnastik, Schwimmen, Sportgruppe, Spaziergänge, evtl. Stadtgruppe und im handwerklich-kreativen Bereich - z.B. Ergotherapie, Projekt-, Koch- oder Lesegruppe.

 

3. Krankheitsbewältigung

In den krankheitsspezifischen Gruppen Musik- oder Bewegungstherapie und in der Gesprächsgruppe, wahlweise auch in der Kunsttherapie und im kognitiven Training am Computer. Das Selbstvertrauen sowie die Kontakt- und Ausdrucksfähigkeit sollen gestärkt, der persönliche Austausch gefördert, Informationen über die Erkrankung vermittelt und die Aufmerksamkeitsleistung verbessert werden. Individualisierte Optimierung der Pharmakotherapie.

 

4. Rückfallschutz

Da psychotische Erkrankungen wiederkehren können und äußere Faktoren wie zum Beispiel Drogenkonsum oder belastende Lebensumstände einen ungünstigen Einfluss auf den Verlauf haben können, wird bereits während der Behandlung im Krankenhaus großer Wert auf die Aufklärung und Information des Patienten gelegt (z. B. P-Gruppe) und Möglichkeiten erarbeitet, wie der Patient selbst dazu beitragen kann, in ein stabiles und gesundes Leben zurückzufinden. Sofern der Patient einverstanden ist, ist der Einbezug der Angehörigen hierbei von Wichtigkeit, weshalb es eine eigene Gesprächsgruppe für Angehörigen von Psychosekranken gibt. In diese Behandlungsphase fällt die Planung der nachstationären Rehabilitation mit Hilfe des Sozialdienstes (Tagesklinik, Wohnen, Arbeiten) und die Vorbereitung der ambulanten Behandlung (Medikamente, Psychotherapie).