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Psychiatrie

Behandlungsschwerpunkte

Zwangserkrankungen

Zwangsstörungen gehören zu den häufigeren psychischen Erkrankungen. Sie sind durch das intensive und quälende, den Alltag einschränkende Auftreten von Zwangsgedanken und/oder Zwangshandlungen gekennzeichnet. Häufig steht der zwangskranke Patient unter großem inneren Druck.

 

Behandlung

 

1. Eingangsphase

In der Eingangsphase schaffen wir eine entlastende und haltgebende Atmosphäre. Die Betroffenen können sich vertrauensvoll mit ihren oft jahrelang verborgenen Nöten und Ängsten an die behandelnden Ärzte und das Stationsteam wenden.

 

2. Behandlungsplanung

Im Rahmen einer umfassenden Diagnostik erfassen wir differenziert die Zwangsgedanken, Zwangsimpulse und Zwangshandlungen sowie die dahinterstehenden Befürchtungen. Wir wenden uns aber nicht nur den quälenden Symptomen, sondern auch der individuellen Lebenswelt der Kranken zu. Wir erarbeiten gemeinsam mit dem Patienten die Therapieziele und entwickeln individuell abgestufte Therapiepläne. Neben störungsspezifischen Therapien bieten wir die Möglichkeit für ergebnisorientierte und kommunikationsfördernde Gruppen- und Einzelaktivitäten.

 

3. Therapiephase

In den letzten Jahren hat es wesentliche Verbesserungen in der Behandlung von Zwangserkrankungen gegeben. Diese Verbesserungen haben Eingang in unser Behandlungsprogramm gefunden. Nach gründlicher Vorbereitung kommen störungsspezifische Behandlungskonzepte (Verhaltenstherapie und kognitive Therapien) zum Einsatz. Weiterhin ist für die Mehrzahl der Zwangserkrankten eine effektive und nebenwirkungsarme medikamentöse Behandlung notwendig. Neben der störungsspezifischen Behandlung legen wir viel Wert darauf, dass die Patienten ihre Stärken erfahren und auch trainieren können. Wir bieten darüber hinaus allen Patienten an, ihre Angehörigen - soweit wie möglich - in die Behandlung mit einzubeziehen.

 

4. Stabilisierung und Entlassungsvorbereitung

Die Patienten lernen allmählich, die der Zwangssymptomatik zugrundeliegenden Befürchtungen zu überwinden und auf neutralisierende, angstvermeidende Handlungen zu verzichten. Zunehmend fallen die einengenden Grenzen weg. Die Betroffenen gewinnen ein größeres Maß an innerer Freiheit. Sie können sich langsam im Rahmen von Belastungserprobungen wieder an ein Alltagsleben gewöhnen. In dieser Phase werden die Dauer der medikamentösen Behandlung, vor allem aber auch die Indikation einer für die meisten Betroffenen notwendigen ambulanten Psychotherapie geklärt.

 

Literaturempfehlung

Für Patienten ist es oft hilfreich, wenn sie den Bericht eines Betroffenen lesen. Felix Leps hat über die Bewältigung seiner Zwangsstörung ein Buch geschrieben. Im Rahmen der „Autorenlesung“ an der Psychiatrischen Abteilung der Schlosspark-Klinik hat er mehrfach aus diesem Buch vorgelesen.

Wir empfehlen Ihnen folgende Lektüre: Felix Leps, „Zange am Hirn. Geschichte einer Zwangserkrankung“. Balance-Verlag, Bonn, 2007, 14,95 €.